Pflegefalle - Kinder haften für Ihre Eltern!

Gute, professionelle Pflege ist naturgemäß aufwändig und daher sehr teuer.

Das gilt im Heim genauso wie zu Hause. Das Geld der gesetzlichen Pflegeversicherung reicht dafür bei Weitem nicht. Es droht Monat für Monat eine große Versorgungslücke, die Sie mit Ihrer Rente und
mit Ihren Ersparnissen schließen müssen.

Zum Vermögen zählt, nach der gesetzlichen Rente, z. B. die private Rente, eine betriebliche Altersvorsorge oder Mieteinnahmen, aber auch eine Eigentumswohnung oder das eigene Haus.

Können Sie die Kosten im Pflegefall nicht durch Ihr sonstiges Vermögen decken (ausgenommen dem sogenannten Schonvermögen) oder ist dieses aufgebraucht, dann ist auch Ihr Wohneigentum in Gefahr.

Wenn Ihr Vermögen aufgezehrt ist, kann das Sozialamt sogar Ihren Ehepartner oder Ihre unterhaltspflichtigen Kinder zur Deckung der Kosten heranziehen, denn § 1601 BGB regelt dies: „Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren“.
Neben dem Ehepartner haften also auch die erwachsenen Kinder. Sogar dann, wenn länger kein Kontakt mehr bestanden hat und auch wenn sie selbst kein eigenes Einkommen haben. Nicht selten zahlen die „Kinder“ monatlich bis zu 1.000 Euro für die Pflege des Vaters oder der Mutter.

Hier kann es zu beträchtlichen monatlichen Forderungen kommen. Nicht selten müssen volljährige
Kinder für ihre pflegebedürftigen Eltern monatlich 500 EUR bis 1.000 EUR an die Sozialämter abführen.

Ist das vorhandene Vermögen verwertet und kann niemand haftbar gemacht werden, so kann ein Antrag auf Sozialhilfe gestellt werden. Hier muss die Bedürftigkeit entsprechend nachgewiesen werden.
Der Sozialhilfeträger prüft hier aber ganz genau. Selbst Schenkungen, wie Geld oder Firmenbeteiligungen können innerhalb von 10 Jahren zurückgefordert werden.

Deshalb sollte rechtzeitig über eine Pflegezusatzversicherung nachgedacht werden.